Was wird aus der Mini-GmbH? - Bundesrat kritisiert Entwurf

Veröffentlicht: 15. Juli 2007, 11:53 in von Guido Peters | 7 Kommentar(e)

Der Bundesrat hat am 06.07.2007 eine Stellungnahme zum MoMiG (Gesetzes zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen) abgegeben. Den Gebrauch der Mustersatzung bei der Gründung einer Mini-GmbH lehnt die Länderkammer ab. Sie sieht durch Verwendung ohne notarielle Beurkundung und Beratung deutliche Mehrarbeit auf die Registergerichte zu kommen. Es wird vorgeschlagen, dass anstelle der Mustersatzung und des Gründungspakets ein notariell beurkundetes Gründungsprotokoll tritt oder eben grundsätzlich auf die Mustersatzung verzichtet wird.

Weiterhin wird in Bezug auf die 1 Euro GmbH vorgeschlagen, statt des Rechtsformzusatzes“Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)” oder der Abkürzung “UG (haftungsbeschränkt)” besser den Rechtsformzusatz “Gesellschaft mit beschränkter Haftung (ohne Mindeststammkapital)” oder die Abkürzung “GmbH (o.M.)” zu verwenden. Die gläubigerschützende Vorgabe, ein Viertel des Jahresgewinns in eine gesetzliche Rückstellung aufzunehmen, wird eher als kontraproduktiv gesehen und durch andere Maßnahmen kompensiert werden, wie z. B. eine Verschärfung der gesellschaftsrechtlichen und deliktischen Durchgriffs-Haftung von Geschäftsführern und Gesellschaftern.

Es wird empfohlen, auf die Möglichkeit von Sachgründungen bei der Gündung mit einem Mindeststammkapital von 10 000 Euro auszuschliessen, da der mit der Bewertung der Einlage verbundende Aufwand unverhältnismäßig erscheint.

Der Bundesrat formuliert noch einmal ganz klar das Ziel des Gesetzentwurfes:

… Existenzgründungen zukünftig einfacher, schneller und billiger zu ermöglichen, missbräuchliche Abwicklungen angeschlagener oder zahlungsunfähiger Gesellschaften dagegen zu bekämpfen.

Die insgesamt 34 Punkte der Stellungnahme bieten eine interessante Grundlage für das weitere Gesetzgebungsverfahrens. Die Mini-GmbH kann auch nach Meinung des Bundesrates kommen.


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Kommentare zum Thema Was wird aus der Mini-GmbH? - Bundesrat kritisiert Entwurf:

1 | Gerd-E. schrieb am 29. Juli 2007, 15:50

Meiner Meinung nach wird hier ein guter Ansatz sicher wieder den Bach hinunter gehen. Wenn man überlegt, wieviel Bürokratie eine Geschäftsgründung erfordert, ist es sowieso verwunderlich, dass sich einer selbständig macht. Der einzige Nachteil, der einer Ltd. anhängt ist doch derzeit, das es unbekannt und nicht deutsch ist.

2 | Eugen schrieb am 8. Dezember 2007, 22:10

Hallo Gerd,
der größte Nachteil einer Ltd. ist, dass man kein Kapital zum Sichern hat, somit keine Bank oder Institut dir etwas leihen wird, da das Risiko einfach zu hoch ist, dass die nichts wieder kriegen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn die Mini GmbH im Jahre 2008 kommen würde, das würde den Existenzgründern das Leben wirklich erleichtern.

3 | Matthias - eShop Anbieter schrieb am 4. März 2008, 11:26

Das Problem mit den Krediten ist doch bei der Mini-GmbH, der Limited oder auch bei der “richtigen” GmbH das selbe – ohne Sicherheiten bekommt man nirgends Kredit – mit entsprechenden Sicherheiten bei jeder dieser Unternehmensformen. Welche Bank vertaut denn darauf das die 25.000 Euro Stammkapital bei GmbH als verwertbare Sicherheiten für immer da sind?

Aber was gibt es denn neues zum Thema Mini-GmbH? Nun ist fast das erste Quartal 2008 um und nirgends ist was zu lesen das überhaupt 2008 diese Unternehmensform noch kommt.

4 | Mini schrieb am 27. März 2008, 20:48

Hallo Matthias,
sie wird kommen. Voraussichtlich zum 1.9.2008. Gerade werden einige Dinge in den Ausschüssen geklärt, dann gehts wieder ab in den Bundestag, der Bundesrat darf auch nochmal was zu sagen. Aber Ende des Jahres wird sie dann sicher da sein.

5 | witzlos schrieb am 7. Juli 2008, 21:01

Ich bin seit etwas mehr als 2 Jahren selbsständig und habe mir mit Blick auf die GmbH-Reform (10000EUR einlage, welche ja schon für 2007 angekündigt war) das Gründen einer Ltd bisher gesparrt. Nachdem ich nun feststellen mußte das von dem ursprünglichen SEHR GUTEN Konzept zur GmbH-Reform (anno 2007, wie man es überall im netz noch findet) nicht mehr viel übrig ist werde ich anfang 2009 nun doch eine Ltd gründen.
Die GmbH-Reform ist für mich keine GmbH-Reform da alles rund um die “GmbH” letztendlich bis auf ein wenig kostmetik unverändert geblieben ist. Stattdesen hat man einfach eine neue Gesellschaftsform eingeführt, die billig-gmbh mit der endung “UG”. Für mich der absolute schwachsinn,
es geht vielen beim gründen einer Gesellschaft ja nicht nur um die beschränkte Haftung sondern auch darum sich als Unternehmen in der gleichen Art und Weise zu präsentieren wie alle anderen Unternehmen die schon länger am Markt sind, da gehört eben das kürzel der GmbH oder Ltd einfach dazu (weil es jeder kennt, auch international). Mit der einführung der UG hat man nun eine gesellschaftsform geschaffen die von vorneherein das Stigmata von BILLIG mit sich führt und dies auch immer so sein wird (schon alleine auch deshalb weil völlig unbekannt), und wer möchte sich und sein Unternehmen schon so präsentieren ? Für alle diejenigen die jetzt meinen das eine Ltd doch genau das selbe ist wie die UG, nein Leute, ist es nicht. Eine Ltd mit 100 Euro stammkapital und eine mit 100000 Stammkapital haben beide das gleiche kürzel und nicht etwa “Ltd. 0815” !!! Ich finde es einfach unerhört das man über 2jahre damit verbracht hat an dieser reform rumzubasteln um dann letztendlich alles zusammenzustreichen und so einen Murks abzuliefern. Sieht das jemand genauso ? wenn man danach googelt findet man leider noch viel zu oft das alte gute konzept und ich glaube die meisten wissen noch garnicht das davon kaum noch was übrig ist. Für mich ist daher die Limited nach wie vor die beste Gesellschaftsform, (sie wurde auch nur von Notaren die mit GmbH-Gründungen ihr geld verdienen hier in Deutschland schlecht geredet) sie ist international bekannt, schnell und günstig zu gründen und man erhält den gleichen Status wie jede andere GmbH/Ltd da draußen. Ich hab es echt aufgegeben zu hoffen das in Deutschland mal eine Reform ohne Murks durchgeführt wird. :-(

6 | Guido schrieb am 8. Juli 2008, 11:11

Das eine Unterscheidung zwischen der normalen GmbH und einer ohne Stammkapital geben sollte, finde ich in Ordnung. Es hätte meiner Meinung nach der erste Anstatz mit der Nennung des Stammkapital auf allen Geschäftsunterlagen hier eine bessere Alternative dargestellt. Außerdem gibt es ja mittlerweile das elektronische Handelsregister in dem sich jeder sowieso vorab über ein Unternehmen informieren kann.

Das nun die Notare auch wieder ins Spiel gekommen sind , spricht für guten Lobbyismus. Das Ausfüllen eines Standardformulars könnte auch das Handelsregister, die Handelskamer, die Handwerkskammer,… absegnen.

7 | Reisescout schrieb am 4. März 2009, 22:10

Da kann ich @witzlos nur zustimmen. Ich hatte auch etwas Hoffnung, nun soll ja noch die Europa-GmbH kommen …
Ab Januar 2009 kann man nun etwas an kosten für die Gründung sparen, da die Gründungsdaten digital veröffentlicht werden.


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